Individualisierung

Sich im Lernen entfalten

Spätestens seit der PISA-Studie ist auch einer breiteren Öffentlichkeit ins Bewusstsein gerückt worden, dass Schule sich verändern und Neues wagen muss. Zentrales Thema ist dabei das „individuelle Lernen”, das versucht, Schüler stärker in die Verantwortung für ihr eigenes Lernen zu nehmen. Nicht das Konsumieren von Lernstoff ist gefragt, sondern die eigene aktive Auseinander-setzung mit den Lerninhalten. Diese offene Unterrichts-form erlaubt eine Differenzierung nach Lerntempo, nach Neigung und nach Kompetenzniveau der Schüler.

Diese Ziele verfolgen wir mit dem Individuellen Lernen in den Jahrgangsstufen 5 bis 8, in altersgerecht sich wandelnden Formen. In Klasse 5 steigen wir mit fächerübergreifendenen begleiteten Wochenplänen ein, die Pflicht- und Wahlanteile haben. In Klasse 6 erfährt das individuelle Lernen eine stärkere Differenzierung nach Fächern. In Klasse 7 stehen digitale Lernpakete an, womit wir die Schüler auf den größer werdenenen Einsatz digitaler Medien in der Mittelstufe vorbereiten. Klasse 8 erhöhen sich die Arbeitsanforderungen erneut in Form eines Gemeinschaftsprojekts. Hier sind die Anforderungen weit komplexer, weil Arbeitsprozesse untereinander abgestimmt werden müssen.

Die Portfolio-Arbeit in Klasse 9 setzt diese Arbeitsform fort, frei wählbare Arbeitsansätze haben hier mehr Raum.

In Form einer Projektmappe bzw. dem digitalen Abbild davon auf unserer Lernplattform itslearning dokumentieren die Schüler ihren Lernweg und die Ergebnisse.

Wir setzen in der Mittelstufe einerseits auf ein Literatur-Portfolio, das die intensive Beschäftigung einer Lektüre zum Ziel hat. Die Schüler wählen aus einem Pool von Büchern jeweils ihren Favoriten aus. In Verlauf der folgenden Wochen setzen sich die Schüler mit dem Buch auseinander. Sie schreiben Rezensionen, erstellen altervative Cover oder ein Filmplakat, picken sich einzelne Protagonisten heraus, verfassen eigene Text u.v.m. Die Lehrerinnen und Lehrer unterstützen die Schüler im laufenden Prozess, Eltern sowie Mitschüler werden als Feedbackquellen einbezogen.

Das zweite Portfolio ist schwerpunktmäßig dem Politik-Unterricht zugeordnet. Das sog. Berufsportfolio dient der Bewerbung für und Vorbereitung auf das 14tägige Betriebspraktikum. Kernaspekte sind u.a. die Reflexion der eigenen Fertigkeiten und Stärken und der Präzisierung möglicher beruflicher Perspektiven nach dem Schulabschluss.

Durch die Portfolio-Arbeit die Schüler auf die in Klasse 11 anzufertigende Seminararbeit vorbereitet werden, die einen Meilenstein im eigenständigen akademischen Arbeiten darstellt.