Menü
Schliessen

Marienauer Kunstlehrer Walter Zurborg und seine Partnerin Tamaki Watanabe erhalten den mit 15.000 Euro dotierten Award im Essener Folkwang Museum
Medienkunstpreis für japanisch-deutsches Künstlerduo Tamaki Watanabe & Walter Zurborg

Der Marienauer Kustlehrer Walter Zurborg und seine Partnerin Tamaki Watanabe sind die Gewinner des Nam June Paik Award National-Preises. Kulturstaatssekretär Bernd Neuendorf (NRW) überreichte am 27. Oktober 2016 den mit 15.000 Euro dotierten Award im Essener Folkwang Museum - 10 Fragen an den Walter Zurborg


Anke-Maren Koester (AMK) : Walter Zurborg, wir gratulieren dir und deiner Lebensgefährtin Tamaki Watanabe herzlich!

AMK: Der Ton macht die Musik, ganz besonders in deinem Leben…

Ja. Ich habe an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig Klangkunst und Bildhauerei studiert und 2009 als Meisterschüler bei Prof. Ulrich Eller abgeschlossen. Ich sehe mich als Klangkünstler in der Tradition von Fluxus, kinetischer Kunst und Dada.

AMK: Im Mittelpunkt deiner/eurer Kunst stehen…

Klang und Form. Unsere Installationen bestehen aus Elementen, die hauptsächlich elektrisch in Bewegung gebracht werden und so Klänge erzeugen.

AMK: Bastler von Installationen, deren Klangquellen natürlicher Herkunft sind…

Ja. Energie. Ohne diese gäbe es keinen Klang.

AMK: Ihr arbeitet mit verschiedenen Materialien…

Richtig, wir legen Wert auf materielle Vielfalt. Vieles, was wir verarbeiten, haben wir irgendwo gefunden. Oder wir nutzen alltägliche Objekte und experimentieren damit.

AMK: Das fertige Kunstwerk hat also eine lange Entwicklung durchgemacht…

Genau. Es ist kein festgelegter Pfad. Der Zufall ist dabei. Ich benutze gern den Begriff Serendipität. Der bezeichnet eine zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, was sich dann wieder als neue und überraschende Entdeckung erweist.

AMK: Nach Louis Pasteur: „Der Zufall trifft nur einen vorbereiteten Geist.“…

Ja. Eine gelungene Klanginstallation erfordert eine ausgiebige Untersuchungstätigkeit und einen findigen Geist. Daraus entstehen dann kinetische und klingende Skulpturen.

AMK: Die eine Geschichte erzählen…

Es sind Geschichten mit einer eigenen Bild-, Form- und Klangsprache. Wir versuchen, nicht alles so ernst zu nehmen. Leichtigkeit, Witz und Humor und die damit einhergehende kulturelle Durchlässigkeit sind uns wichtig. Nur so können überraschende Wechselwirkungen zwischen Klang und Form und kinetischer Dramaturgie entstehen.

AMK: Mit jungen Menschen in Marienau zu arbeiten…

ist großartig. Wir experimentieren gemeinsam…Die Kinder  & Jugendlichen setzen unglaublich viel Kreativität frei. Gerade denken wir über eine mögliche Klanginstallation im Glockenturm der Hühnerkirche nach. Da stehen wir aber ganz am Anfang.

AMK: Dann sind wir gespannt auf weitere Klänge…

vielleicht hier in Marienau