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Alyssa Wolter
"Diese Gemeinschaft in Marienau ist im positiven Sinn eine Welt für sich, zwischen uns Marienauern herrscht bis heute ein besonderes Vertrauensverhältnis."

Sie ist das neue Gesicht im Kulturreferat der Stadt Lüneburg. Seit September 2019 ist Altmarienauerin Alyssa Wolter zurück in „ihrem“ Landkreis.


Nach dem Abitur 2009 studierte sie Kulturwissenschaften an der Leuphana in Lüneburg. „Der Studiengang ist an der Leuphana einfach extrem gut, das Angebot ist auf einem sehr hohen Niveau“, so Alyssa. Inzwischen ist die Nachfrage so groß, dass es einen NC als Zugangsbeschränkung gibt. Während ihrer Studienzeit in Lüneburg leitete sie auch das lunatic-Festival, das Kunst, Kultur & Musik miteinander vereint. Initiiert wird das ehrenamtlich organisierte Festival vom lunatic e.V., einem gemeinnützigen Verein, der es den beteiligten Studierenden seit mehr als 15 Jahren ermöglicht, ein Festival selbstständig auf die Beine zu stellen und dabei Erfahrungen & Erinnerungen zu sammeln.

Nach dem Bachelor-Abschluss ergänzte Alyssa ihre professionelle Ausbildung durch einen Master in Sport-, Kultur-, und Eventmanagement.  Dafür zog es die Altmarienauerin in die Alpenregion nach Kufstein in Österreich. Im Jahr 2017 kam sie zurück und wollte wieder in den Norden. Alyssa wohnt seitdem in Hamburg, wo sie als Eventmanagerin arbeitete. Doch so recht hatte sie ihren Platz noch nicht gefunden und sie wählte Marokko als ihre nächste Station. Die Gegend um Agadir ist ein Surf-Mekka. Dort arbeitete sie im Surf Camp, koordinierte Angebote für Gäste, die ihren Aufenthalt mit Kursen und Entertainment kombinieren wollten. Marokko erlebte sie als sehr spannend, sie genoss den Aufenthalt und fühlte sich auch als Frau dort sehr sicher. „Ich mochte die Kultur, das Kulinarische und den Sprachenmix aus Arabisch, Französisch, Englisch und Deutsch“, so Alyssa. Die Region ist stark touristisch geprägt, was sich in der Sprachenvielfalt niederschlägt.

2019 entschied sich die Stadt Lüneburg dann für Alyssa, so dass sie nun im Kulturreferat tätig ist. Ihre Stelle hat den recht technisch klingenden Namen „Kulturberatung und -service“. Dahinter verbirgt sich aber viel Lebendiges, wie die Konzeption und Organisation eines Theater-Wochenendes im Kurpark zusammen mit der Lüneburg Marketing GmbH, die Vermietung des Heinrich-Heine-Hauses oder des Glockenhauses für Veranstaltungen. Doch – wie könnte es anders sein – Corona hat auch hier einiges auf den Kopf gestellt, und so mutierte ihr Arbeitsplatz zum Sorgentelefon für Kulturschaffende in Stadt und Landkreis. „Es kommt jeden Tag etwas Neues rein, und wer hätte gedacht, dass Hygienekonzepte für Veranstaltungsorte mal Teil meiner Arbeit sein würden“, sagte Alyssa. Doch sie findet es spannend, jeden Tag aufs Neue gefordert zu werden. Sie schätzt die Arbeit in ihrem fünfköpfigen Team, pendelt jeden Tag von Hamburg aus nach Lüneburg.

Und Marienau? Spielt die Schule in ihrem Leben noch eine Rolle? „Natürlich, ich bin nach wie vor eng befreundet mit einigen aus meinem Jahrgang. Gleich mehrere von uns sind in Hamburg und wir sehen und hören uns regelmäßig“, so Alyssa. „Es ist einfach besonders, über so einen langen Zeitraum gemeinsam aufzuwachsen, und dass, obwohl ich ja nicht im Internat war. Ich habe aber als Tagesheim-Schülerin und darüber hinaus so viel Zeit in Marienau verbracht, dass es sich für mich immer sehr wie das zweite Zuhause anfühlte. Diese Gemeinschaft in Marienau ist im positiven Sinn eine Welt für sich, zwischen uns Marienauern herrscht bis heute ein besonderes Vertrauensverhältnis.“ Leider konnte sie zum 10. Jubiläum nicht kommen, weil sie damals in Marokko war.

Gibt es etwas, was sie heutigen Marienauern mitgeben kann? Auf jeden Fall rät sie dazu, jede Möglichkeit ins Ausland zu reisen, die sich im Rahmen der Schulzeit bietet, zu nutzen! Egal, ob Austausch oder Reise – neue Länder und andere Kulturen schon als Jugendliche kennenzulernen ist eine große Bereicherung, die auch viele Kompetenzen für das spätere Leben mit sich bringt. Sie selbst hat während ihrer Schulzeit am Austausch mit Polen teilgenommen, war in Großbritannien und in den USA. Eigentlich hätte sie auch gerne Chile besucht, aber irgendwie kam es nicht dazu. Das holte einige Jahre später dann ihre Schwester Antonia nach, die für mehrere Monate in einer Gastfamilie in Osorno/Chile lebte.

Für diejenigen, deren Schulabschluss in greifbarer Nähe liegt, hat sie einen besonderen Rat: Nicht den Mut zu verlieren, wenn der erste Studienplan nicht aufgeht. Sie selbst hatte begonnen, BWL zu studieren, merkte aber rasch, dass dies nicht der Studiengang war, der sie erfüllte. Ein Wechsel sei nicht per se schlecht, sondern könne auch Stärke zeigen. Sich einzugestehen, dass ein Weg nicht der richtige ist und den Mut aufzubringen, einen neuen Weg einzuschlagen, öffne einem auch viele Türen. Den Erwartungen anderer solle man nicht zu viel Raum geben, sondern auch auf sich selbst vertrauen.

Und was wartet auf sie in der nächsten Zeit? Hoffentlich weniger besondere Regularien aus dem Gesundheitsbereich, sondern wieder mehr Veranstaltungen. Neu ist in Lüneburg auch der Musik- und Theaterpreis, an dessen Ausgestaltung sie mitgewirkt hat. Wir wünschen Alyssa viele spannende Projekte in und um Lüneburg und freuen uns auf ein Wiedersehen in Marienau – gerne auch schon vor dem nächsten Jubiläum!