Tag der offenen Tür in Marienau

Besucher und Gäste strömten in den Festsaal der Schule, um die Bühnenpräsentation zu sehen. Sie bildete den Schlussakkord der diesjährigen Projektwoche und zugleich den Start für den Tag der offenen Tür. Die Bühnenbeiträge sind Ausschnitte aus den Projekten, die Schüler und Lehrer gemeinsam bearbeitet haben. „Schau hin! Bring Dich ein!“ lautete die Überschrift, unter der sich kulturelle, kreative, historische und ökologische Aktivitäten subsummierten. Ein Teil der Ergebnisse war und bleibt im Gelände der Schule zu sehen, z.B. rund um den Marienauer Teich.


Zurück zur Bühne: Nachdem Walter Dömmecke zu Beginn der Woche anlässlich des 90. Geburtstags der Schule tief in die Geschichtskiste blicken ließ, knüpften wir eben dort an mit dem Projekt „Max Bondy auf dem Rad“ an. Tobias Karrasch und Simon Lebert hatten sich zusammen mit fünf Schülern nach Bad Gandersheim begeben. Von dort soll Bondy einst auf dem Rad aufgebrochen sein, um Marienau als zukünftigen Ort für die Schulgemeinde Marienau in Augenschein zu nehmen. Dieser Legende folgend legte die Gruppe in vier Tagen 215km auf Rädern zurück, bis sie am Donnerstag wieder in Marienau ankam.

Ein ehemaliger Schüler von Max und Gertrud Bondy war Protagonist eines weiteren Projekts: Die Erzählungen von Jan Darboven wurden während der Projektwoche zu einem Hörbuch umgearbeitet.


Mehrere Projekte haben sich mit Marienau als Lebensort auseinander gesetzt. Das Projekt „Ich & Marienau“ erstellte einen neuen Orientierungsplan für unser Gelände und nahm im Comic-Film die „chilligen Plätze“ auf dem Schul- und Internatsgelände ins Visier. Sich Marienau zu einer neuen Heimat zu machen, vor dieser Herausforderung stehen die internationalen Schüler in Marienau. Einige kommen nur für ein Jahr hierher, andere bleiben bis zum Abitur. „Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl“ – so fassten es die Schüler zusammen, jeder in seiner Muttersprache. Die Präsentation des internationalen Projekts war der emotionale Höhepunkt auf der Bühne.

Filmisch aufbereitet war u.a. die Arbeit des Projekts „Stolpersteine“. Inspiriert durch die jüdischen Wurzeln der Familie Bondy, „stolperten“ Schüler der 11. Klasse gemeinsam durch Lüneburg. Sie machten Stationen an dort verlegten Stolpersteinen und erhielten thematischen Input vom Ehepaar Raykowski aus Adendorf, die sich seit langem mit diesem Kapitel der Geschichte im Raum Lüneburg beschäftigen.


Viele Projekte setzten auf das handwerkliche Geschick unserer SchülerInnen: „Create Your World“ hat die Marienauer Außenbestuhlung mit unterschiedlichsten Motiven verschönert. Eine andere Gruppe ist „Mit Pinsel, Farbe, Eimer… in die Teestube“ eingeflogen, die nun in neuen Glanz erstrahlt. Ideenreichtum war auch im Projekt „Kreativ im Grünen“ gefragt“: Auf den selbst gebauten (Holz)-Stühlen konnten die Besucher einen beruhigenden Blick durch einen (Holz)-Fernseher werfen und ihren Träumen freien Lauf lassen. Ausschließlich auf natürliche Ressourcen hat sich auch das Projekt „Wir ändern unsere Welt“ konzentriert. Eine gemütliche Sitzecke aus recycelten Paletten lädt zum Verweilen am Teich ein. Ein weiteres Projekt hatte Fokus auf unsere unmittelbare Umgebung gerichtet: „Wir und unser Marienauer Wald“. Schulleiterin Heike Elz und Ferdinand Sadrawetz-Hische erkundeten mit den SchülerInnen eine Woche lang den Marienauer Wald, begaben sich auf Schatzsuche, lernten unter fachkundiger Anleitung verschiedene Tierbauten kennen und konnten die Bienenvölker von Jan Mylius bestaunen.


Die Besucher des Tag der offenen Tür konnten verschiedene Ausstellungen anschauen. Das politische Projekt „Go for nature! Wir haben die Nase voll“, inspiriert durch die Klimaaktivistin Greta Thunberg, arbeitete das Thema Klimaschutz journalistisch auf und verteilte ein Rezept für ein klimafreundliches Menü zum Nachkochen. Die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz beschäftigten auch das Projekt „Nachhaltige Kleidung“. Nachhaltig produzierte Kleidungsstücke mit Marienauer Logo sollen zukünftig den Marienauer Shop ergänzen.

Großes Interesse an dem Raketenflug des Physikprojekts. Das sogenannte „Big Falcon Marienau Rocket- Modell“ bewies sich als mathematisch und aerodynamisch anwendbar und sorgte dafür, dass die Bastelmodelle bei der Präsentation auf dem Sportplatz wie echte Raketen in die Luft geflogen sind.


Bei geführten Rundgängen durch Schule und Internat, wurden die Besucher zu den einzelnen Stationen geführt. Ein ganz besonderes Bonbon wartete am schuleigenen Kunstrasenplatz auf die jüngeren Besucher: Der Hockey Club Lüneburg war zu Besuch und nutzte die hervorragenden Bedingungen in Marienau für ein Auswärtstraining der 9- bis 14jährigen Hockeyspieler. Alle interessierten Kinder- und Jugendlichen waren eingeladen, selbst den Schläger in die Hand zu nehmen und diese Sportart einmal auszuprobieren.


Der Tag der offenen Tür diente nicht nur zur Präsentation der Ergebnisse aus der vorangegangenen Projektwoche, sondern bot den Gästen viele Informationen zu Schule und Internat. Das Schul- und Internatskonzept steht natürlich für alle an Marienau interessierten Eltern und Kinder im Fokus. Für die zukünftigen Elftklässler gab es Infos zum NAU-Projekt, das Marienauer Angebot in Klasse 11. Hier zählt es, Verantwortung zu übernehmen und sich persönlichen Herausforderungen zu stellen. Nach dem erfolgreichen Pilotdurchlauf geht das Projekt im kommenden Schuljahr in die zweite Runde.

Der Tag in Marienau wurde um 14:30 Uhr mit dem Sponsorenlauf gekrönt. Zugunsten unserer Partnerschule Amal im Flüchtlingslager Atmeh brachten die Läuferinnen und Läufer viele hundert Runden auf die Laufbahn. Jedes Jahr unterstützen wir mit zahlreichen Aktionen die Unterhaltung einer Schule für Kinder im syrisch-türkischen Grenzgebiet. Wir danken allen, die diesen Tag zu einem besonderen gemacht haben, und freuen uns auf die vielen, neuen Marienauer im kommenden Schuljahr. (SPT)