Skypen mit der AMAL Schule in Syrien

„Wir danken sehr dafür, dass Ihr an uns denkt! Dass Ihr uns nicht vergesst und uns unterstützt!“, sagten die Kinder der AMAL-Schule im Flüchtlingslager Atmeh. Sie hatten Lieder vorbereitet, einen eigenen Song getextet und sich extra in Schale geworfen. 35 Kinder sowie die 12 Lehrerinnen und Lehrer und Eltern saßen auf der einen Seite des Bildschirms etwas mehr als 3000km entfernt. Auf der anderen Seite ca. 50 Marienauer der Klassen 5-8, die dem Skype-Gespräch voller Aufmerksamkeit folgten.

Vor 4 Jahren begann die damalige 5. Klasse die Patenschaft mit der AMAL Schule, die heutigen Achtklässler hatten Freundschaftsbänder geknüpft, die sie an Wissam Alsaidi von der BARADA Syrienhilfe e.V. überreichten. Er wird sie dem nächsten Materialtransport nach Atmeh beifügen. Der Marienauer Chor sang ein Lied für die Schüler und Frau Raslan und Wissam Alsaidi übersetzten das Gespräch. Höhepunkt war, dass die Marienauer, vertreten durch Margarethe und Bashar, der Schule symbolisch einen Scheck überreichten. 4215 Euro haben die Marienauer bei Feiern, Sponsorenlauf und anderen Aktionen für BARADA und die AMAL Schule gesammelt.

AMAL bedeutet Hoffnung auf Arabisch und die zu vermitteln ist das Anliegen der BARADA Syrienhilfe e.V. Der Verein baute die Schule im Flüchtlingslager Atmeh auf, im türkisch-syrischen Grenzgebiet gelegen. „Es ist so wichtig, den Kindern Lesen, Schreiben, Rechnen beizubringen. Sie lernen Arabisch und Türkisch, damit sie sich gut verständigen können“, sagt Wissam Alsaidi. „Wir kümmern uns um diese Generation von Kindern, die der Krieg getroffen hat. Ohne grundlegende Bildung wäre die nächste Generation verloren, das wollen wir verhindern.“ Wissam, gebürtiger Syrer und Apotheker aus Frankfurt, war bereits zum zweiten Mal in Marienau. Er hat selbst schon Transporte nach Atmeh begleitet. Er berichtete von dem, was die Kinder dort brauchen. Neben Schulmaterialien sind es z.B. auch gute Schuhe für den Winter, die könne man dort nicht mal eben kaufen. Für uns hier ist es selbst verständlich, dass Dinge des täglichen Bedarfs einfach verfügbar sind, im Flüchtlingslager ist das nicht der Fall.

Die AMAL Schule ist in zwei Schichten organisiert, weil es so viele Kinder sind. Die einen gehen morgens, die anderen nachmittags zum Unterricht. Derzeit werden von der 1. Bis zur 6. Klasse 420 Schülerinnnen und Schüler unterrichtet. Die 13 Lehrkräfte werden aus privaten Spendengeldern aus Deutschland finanziert. Die Koordination der Schule liegt in den Händen der BARADA Syrienhilfe, die aber darüber hinaus noch viel mehr leistet. Mehr Information zu wichtigen Arbeit von BARADA finden sie hier.

Die Marienauer Schüler waren ergriffen, sie empfanden das Skypen als etwas Besonderes. „Für uns ist es wichtig, direkt in Kontakt zu treten“, sagte Rana Raslan, Leiterin des Internationalen Teams. „Die vielen Runden, die im Sommer auf dem Marienauer Platz gelaufen werden, die Spendenaktionen im Lauf des Marienauer Jahres, all das ist für die Kinder der AMAL Schule. So sehen wir, wohin unsere Hilfe geht. Und: dass sie wirklich dort ankommt.“ Ines Mercado ordnete unsere Patenschaft in den größeren Rahmen ein, den wir als UNESCO-Projektschule ausfüllen. UNESCO stehe für Internationalität, Menschenrechte und Kooperation und eben auch für Solidarität: sich für andere einzusetzen, deren Lage augenblicklich nicht so komfortabel ist wie die eigene. Die Schüler waren unglaublich aufmerksam und ganz bei der Sache, sie zeigten sich bewegt von dem, was ihnen aus der AMAL-Schule entgegengebracht wurde. Wir machen weiter und freuen uns immer auf Unterstützung. Ausschnitte der Veranstaltung sind auf unsere facebook-Seite zu sehen. SPT