Einweihung des Erich Kästner Hauses

Am 19. Oktober 2019 konnte die Schulgemeinschaft in Marienau ein ganz besonderes Ereignis feiern: die Einweihung des neuen Mittelstufenbaus – des Erich Kästner Hauses. Nach ca. zweijähriger Planung und einer Bauphase von etwas über einem Jahr kann das Internatsgymnasium zukünftig mit Stolz auf den modernen Neubau blicken. An der Stelle des ehemaligen Schulhauses steht nun ein neues Gebäude: Die Mittelstufe darf sich über vier mit modernster Technik ausgestattete Klassenräume sowie eine großzügige Freiarbeitsfläche freuen. Ideale Bedingungen für individualisierten und klassenübergreifenden Unterricht.

Die Einweihungsfeier begann mit einem Festakt im schuleigenen Festsaal. Neben den Schülern und Mitarbeitern der Schule Marienau waren auch die Mitglieder des Trägervereins, der Stiftung Marienau, des Altmarienauer Vereins, die Eltern unserer derzeitigen Schüler sowie Samtgemeindebürgermeister Christoph Maltzan der Einladung von Gesamtleiterin Heike Elz und Jan Behrmann, 1. Vorsitzender des Trägervereins sowie der Stiftung Marienau, gefolgt. Mit rund 200 Gästen war der Marienauer Festsaal pünktlich zu Beginn der Festreden gut gefüllt.

Folgende Ansprachen wurden gehalten:

  • Jan Behrmann (1. Vorsitzender des Trägervereins und Vorstand Stiftung Marienau)
  • Heike Elz (Leiterin Schule Marienau)
  • Dorothea Wendt  (Mitglied der Erich Kästner Gesellschaft)
  • Uta Kraake (Architektin)
  • Elisabeth Brandt, John Baron, Milan Iptchiler (Kl. 12, Schülersprecher)
  • Walter Dömmecke (stellvertretender Schulleiter):Präsentation „90 Jahre Marienau“

Den Bau des Erich Kästner Hauses hat die Schule dem Engagement und der Unterstützung der vor ca. fünf Jahren gegründeten Stiftung Marienau zu verdanken. Jan Behrmann erläuterte der Festgesellschaft, dass der Schule durch die niedersächsische Umstellung von G9 auf G8 schlichtweg die Mittel fehlten, um den Bau in solch einer Größenordnung stemmen zu können. Daraufhin sicherte die Stiftung Marienau der Schule ihre Unterstützung in Höhe von 1 Million Euro zu und realisierte damit die Umsetzung des Bauvorhabens. Insbesondere den Gründungsmitgliedern sprach Herr Behrmann hierfür nochmal seinen ganz besonderen Dank aus.

Welche Bedeutung die Unterstützung durch die Stiftung Marienau für die Schulgemeinschaft hat, wurde in der Rede von Gesamtleiterin Heike Elz deutlich. Dazu stellt sie das Thema „Schenken und Beschenken“ in den Mittelpunkt ihrer Rede. Normalerweise folge das gegenseitige Beschenken Regeln, um ein Gleichgewicht herzustellen. In diesem konkreten Fall sei das Geschenk der Stiftung Marienau an die Schulgemeinschaft allerdings völlig losgelöst von den üblichen Regeln erfolgt. „Das Erich Kästner Haus ist ein so großes Geschenk der Stiftung Marienau an die Schulgemeinschaft, dass es alle Regeln des Schenkens außer Kraft setzt und mich sprachlos macht. Von Herzen vielen, vielen Dank an die Stiftung für diese selbstlose Spende zu Gunsten unserer Schüler“ so Heike Elz. Das Geschenk erreichte die Schulgemeinschaft an einem ganz besonderen Datum. Genau vor 90 Jahren bezog die Marienauer Schulgemeinde mit Max und Gertrud Bondy das Schulgelände auf dem „Gut Marienau“. Sehr zur Freude der älteren Altmarienauer erläuterte Walter Dömmecke in seiner Präsentation die verschiedenen Phasen der 90-jährigen (Bau-) Geschichte des Internatsgymnasiums und bettete die Einweihung in die Historie Marienaus ein.

Der Architektin Uta Kraake war zum einen Erleichterung anzumerken, zum anderen etwas Wehmut, dass die Bauphase nun beendet ist: „Wir (der Bauausschuss) verabschieden uns nun uns ziehen uns aus dem aktiven Geschehen zurück. Mögen die Erfahrungen und Erlebnisse der Schüler dieses Haus in Zukunft prägen“, so die Architektin. Einen festlichen Rahmen erfuhren die Reden durch die musikalische Untermalung des chinesischen Schülers Zixuan Cheng am Saxophon, in Begleitung von Florian Fiechtner am Klavier.

Nach der symbolischen Schlüsselübergabe im Festsaal war es endlich soweit – die Einweihung des Erich Kästner Hauses konnte nun auch praktisch durchgeführt werden. Nachdem das obligatorische „rote Band“ durchschnitten war, zogen die zukünftigen Mittelstufenschüler in den Neubau ein und füllten ihn mit Leben. In Begleitung ihrer Klassenlehrer Anke Koester, Jörg Blume und Thomas Huhmann, besetzen die Schüler kurzer Hand „ihr“ Erich Kästner Haus und präsentierten ihre Parole Plakate stolz durch die geöffneten Fenster. Was auf ihnen zu lesen war? Natürlich ein Zitat Kästners! „Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es“.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Cafeteria, war der Neubau für alle interessierten Besucher zur Besichtigung geöffnet. Bei Kaffee & Kuchen wurden einige Gespräche über das Leben Erich Kästners geführt und die Baugeschichte des Marienauer Erich Kästner Hauses etwas genauer begutachtet. Vielen Dank an alle fleißigen Hände im Hintergrund, die zu dem Gelingen der Einweihungsfeier beigetragen haben. (LB)