Berufsorientierungstag in Marienau

Jährlich fest im Programm verankert ist der Tag der Berufsorientierung in Marienau. Denn früher oder später gilt es eine Antwort auf die Frage zu finden „Was möchte ich nach meinem Schulabschluss machen?“. Wir nehmen diese Aufgabe ernst und unterstützen unsere Schülerinnen und Schüler dabei. Neben unterrichtlichen Angeboten in den Klassen 11 und 12 laden wir einmal im Jahr Altmarienauer, Eltern und Freunde ein, ihren beruflichen Werdegang vorzustellen.

Wichtig ist dabei die Möglichkeit, ins direkte Gespräch zu gehen. Firmenprospekte lesen und Websites anschauen ist das eine, unmittelbaren Kontakt mit jemanden, der in dem Berufsfeld tätig ist, etwas völlig Anderes.

So waren die Altmarienauer Philipp Schröder und Claudia Neben an ihrer alten Schule und stellten ihre Berufe vor. Im Fall von Philipp sind das gleich mehrere, denn Philipp ist das, was man einen „Macher“ nennt. Mit 23 brach er sein Studium ab und gründete sein erstes Unternehmen im Energiesektor. Nach Stationen bei „Tesla“ und „Sonnen“ gründete er die Beratung „Embedded Entrepreneurs“, spezialisiert auf erneuerbare Energien und saubere Mobilität. „Bildet euch weiter auch im Berufsleben, ihr müsst Didakten sein, Lust haben zu lernen“, so Philipp. „Jede großartige Geschichte beginnt mit einer mutigen Entscheidung. Probiert alles aus!“

Bei Claudia Neben (Abitur 2008) gestaltete es sich ein wenig anders, sie traf nach dem Abitur ihre Berufsentscheidung und ist dabei geblieben. „Meine Eltern haben die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, als ich ihnen sagte, ich wolle zur Bundeswehr“, berichtete Claudia. „Sie haben mein Vorhaben aber unterstützt und ich bin dankbar.“ Claudia ist Kapitänleutnant und Wachoffizier auf einem Unterseeboot der Marine. Sie hat ihr Studium der Staats- und Sozialwissenschaften parallel zu ihrer Ausbildung zur Marineoffizierin absolviert. Bis zu zwei Wochen ist man unter Wasser im Einsatz, muss mit räumlicher Enge und den anderen Mitgliedern der Mannschaft zurechtkommen. Im krassen Gegensatz dazu stehe der Einsatz an Land, dann habe sie einen Bürojob. Hier stehen dann Ausbildungs- und Personaleinsatzplanung an.

Aus dem kreativen Bereich waren Altmarienauer Daniel Dreyer (Abitur 1999) und Torsten Schon zu Gast. Ersterer ist freier Texter und Konzeptioner, letzterer Kommunikationsdesigner und Marketing Berater. Sie kümmern sich um den Auftritt einer Marke bzw. eines Unternehmens, planen Kampagnen und Auftritte im Print und online-Bereich. „Eine Marke wird behandelt wir ein Kind, hat Eltern, muss behütet und beaufsichtigt werden“, so Torsten Schon. Beide ermutigten die Schüler, sich bereits jetzt auf Ideensuche für ihre berufliche Zukunft zu machen. Ebenso wie Marc Nilsson von CGI, einem IT-Unternehmen mit zahlreichen Standorten weltweit, gestalten sie ihre Gesprächsrunden interaktiv und sehr anschaulich für die Marienauer Schüler. Ganz besonders wichtig findet er, die eigenen Fähigkeiten zum Netzwerken früh zu trainieren.

Altmarienauerin Sophie Wiehle (Abitur 2017) folgt den beruflichen Fußstapfen in ihrer Familie und studiert derzeit Medizin in Göttingen. Ihr Vater Dr. Frank Wiehle, ist Kardiologe am Klinikum in Uelzen. Beide informierten die Marienauer Schüler umfassend über das Studium der Medizin und die berufliche Tätigkeit. Sophies Uni-Alltag ist geprägt von Vorlesungen, Seminaren und Praktika. Außerdem sammelt sie Praxiserfahrung als studentische Hilfskraft auf der kardiologischen Station des Uniklinikums. Frank Wiehle erweiterte den medizinischen Horizont unserer Schüler, indem er über Facharzt-Spezialisierungen und auch benachbarte Disziplinen wie etwa dem Medizinjournalismus berichtete. Praktisch wurde es bei Katrin Pope, Physiotherapeutin und Übungsleiterin für Reha-Sport. Sie hatte gleich Knochen zum Anfassen mitgebracht. Last not least komplettierte Torben Feigel die Runde der Referenten. Vor vielen Jahren absolvierte er in Marienau sein Anerkennungsjahr als Diplom-Sozialarbeiter. Heute leitet er die Offene Jugendarbeit in der Samtgemeinde Lüchow-Dannenberg. Er skizzierte, wie vielfältig sein Beruf ist, dass konzeptionelles Arbeiten ebenso dazu gehöre wie die Anleitung der MitarbeiterInnen vor Ort und die Akquise von Fördermitteln für Projekte. Wir danken allen Referentinnen und Referenten, dass sie sich Zeit für Marienau genommen haben und uns an ihrem beruflichen Leben teilhaben lassen!