Antisemitismus-Workshop mit dem jüdischen Rapper Ben Salomo

Nach dem Echo-Skandal um die Rapper Kollegah und Farid Band, verkündete Ben Salomo 2018 seinen Rückzug aus der Rapperszene und distanziert sich seitdem öffentlich gegen jegliche Formen antisemitischer Denkmuster.

Dank der Friedrich-Naumann-Stiftung, Internatsleiter Tobias Karrasch sowie Politiklehrer Thomas Huhmann ist es uns gelungen den jüdischen Rapper und Youtuber Ben Salomo am 25. April nach Marienau zu holen.
Einen ganzen Vormittag lang sprach Salomo mit den SchülerInnen des 10. Jahrgangs über Antisemitismus und sensibilisierte ihre Wahrnehmung für jegliche Formen von Diskriminierung. Neben dem Rapper waren der Historiker Dr. Roman Töppel und Christoph Giesa von der Friedrich-Naumann-Stiftung mit nach Marienau gereist.

In einem anspruchsvollen Vortrag auf Hochschulniveau führte der Historiker die Jugendlichen in die Thematik des Antisemitismus ein, erläuterte, welche verschiedenen Formen es gibt und welche Denkmuster zu ihrer Entstehung beigetragen haben. Nach diesem sehr gelungenen thematischen Einstieg übernahm Salomo selbst das Wort und berichtete aus der Praxis. Der Rapper erzählte den Jugendlichen von seinen Erfahrungen, die er als Jude in Deutschland gemacht hat, und mit welchen Vorurteilen er immer noch zu kämpfen hat. Mit dem Song „Sie sagen mir“ wollte sich Salomo zum ersten Mal öffentlich von der deutschen Rapper-Szene distanzieren. Die Reaktionen der Szene auf diesen Song und damit verbundene antisemitische Unterstellungen bestärkten den Vater einer zweijährigen Tochter nur noch mehr darin, sich öffentlich vom deutschen Rap zu distanzieren.

„Sollen wir Ihrer Meinung nach keinen deutschen Rap mehr hören“ war eine der meist gestellten Fragen des Tages. Doch genau das möchte Salomo mit seinem Workshop nicht erreichen. Stattdessen forderte er die Jugendlichen auf, alles zu hören was ihnen gefällt. Sich jedoch genau zu überlegen, welche Bedeutung die Texte haben könnten und diese kritisch zu hinterfragen.
„Guck mal der Jude“ Zeitungsbericht in der Lünepost über Ben Salomos Arbeit an Schulen. (LB)