„Digitalisierung geht nicht vorbei“ – Klausurtag mit Prof. Dr. Axel Burow

Die Zeugnisferien der Marienauer SchülerInnen nutzen die Lehrerkräfte, pädagogischen Mitarbeiter, Elternvertreter, Mitglieder des Trägervereins und Schülervertreter für einen gemeinsamen Klausurtag unter dem Motto: „Digitalisierung geht nicht vorbei“. Der Inhalt des Klausurtages knüpfte an die Ergebnisse des Zukunfts-forums und die Arbeit der Steuerungsgruppe an. Schul- und Internatsleiterin Heike Elz begrüßte die Teilnehmer des Klausurtags im Festsaal des Internatsgymnasiums.


Mit einigen Worten zur Zukunft der Institution Schule in einer digitalisierten und globalisierten Welt stimmte sie das Publikum auf den folgenden Vortrag des Professors für Pädagogik Dr. Olaf-Axel Burow ein. Auf vielfache Empfehlung konnte Frau Elz Herrn Prof. Burow für seinen Vortrag zum Thema: „Bildung 2030 – 7 Trends, die die Schule revolutionieren“ gewinnen. Da die Schule Marienau das Thema Digitalisierung und den Umgang mit digitalen Medien als Chance und Herausforderung zugleich betrachtet, waren Vorfreude und Erwartungen der Teilnehmer des Klausurtags an den Vortrag entsprechend hoch.

Prof. Burow führte das Publikum in seinem Vortrag durch Fragestellungen nach der Zukunft der Bildung im digitalen Zeitalter, den sich wandelnden Formaten des Lehrens und Lernens sowie der Ausbildung von Zukunftskompetenzen. Angesichts von Globalisierung und Digitalisierung zeichnen sich radikale Umbrüche ab, die das Bildungssystem und insbesondere die Schule massiv betreffen. Dieser Wandel eröffne Chancen, rufe aber auch Ängste und Widerstände hervor, so Prof. Burow. Auch wenn in der Zukunftsforschung die Einsicht gilt „Der Zeitgeist irrt immer“, hat Prof. Burow sieben Trends erkannt, die seiner Meinung nach unsere Bildungseinrichtungen schon in naher Zeit massiv wandeln werden – und zwar sehr viel schneller und radikaler als es die meisten im Bildungsbereich Tätigen vermuten.

Er bezieht sich in seiner Herleitung auf den britischen Autor Ken Robinson, der der Ansicht ist, unser Bildungssystem sei für eine andere Gesellschaft entwickelt worden. Die Lebenswelt der heutigen Schüler habe sich radikal verändert, das Modell schulischer Bildung sei jedoch weitgehend konstant geblieben.

In einzelnen Schritten und anhand verschiedener Praxisbeispiele führte Prof. Burow durch die sich abzeichnenden Trends der zukünftigen Schulentwicklung:

    1. Digitalisierung
    2. Personalisierung und veränderte Pädagogenrolle
    3. Enträumlichung
    4. Vernetzung
    5. Gesundheitsorientierung
    6. Demokratisierung
    7. Glücksorientierung

Spätestens gegen Ende des Vortrags wurde auch dem letzten Skeptiker im Publikum klar, dass die kritische Urteilsfähigkeit und der souveräne Umgang mit den neuen Medien in Zukunft zu Schlüsselkompetenzen werden. Die Vermittlung traditioneller Werte und Traditionen sowie die Ausbildung der Kinder zu selbstständig denkenden und demokratisch handelnden Persönlichkeiten bleibt auch in der Zukunft die zentrale Aufgabe der schulischen Bildung und kann nicht durch die neuen Medien übernommen werden.

Die Teilnehmer des Klausurtags tauschten sich in einer gemeinsamen Abschlussrunde angeregt über gesellschaftliche Veränderungen, deren Einfluss auf die Schulbildung in der Schule Marienau und ihre Visionen für ein zeitgemäßes Marienau 2030 aus. Inspiriert durch den Vortrag von Prof. Burow ging der Klausurtag in das Nachmittagsprogramm über. Nach Fachbereichen aufgeteilt wurde an dem Medienkonzept der Schule Marienau weitergearbeitet. Es beschreibt, wie die Pädagogen den sinnvollen Umgang mit den neuen Medien innerhalb ihrer Fachbereiche gezielt fördern können.(LB)