Patenschaft mit der Amal Schule in Atmeh

Die 5. Klasse skypt mit Schülern der Amal Schule, die im türkisch syrischen Grenzgebiet liegt, in dem Flüchtlingslager Atmeh. Das ist der Startschuss für eine Patenschaft. Auf beiden Seiten sitzen Schüler vor dem Bildschirm und versuchen sich zu verständigen. Aber einfach ist die Unterhaltung nicht. Nur der Marienauer Bashar kann Arabisch sprechen und versucht zu übersetzen. Auch Frau Raslan-Alaoui hilft.
Die Marienauer sind vorbereitet, erzählen über sich und stellen Fragen: „Was wünscht ihr euch von uns? Wie viele Schüler sind bei euch in einer Klasse? Wie lange dauert bei euch der Unterricht?“
“Amal” bedeutet im Arabischen “Hoffnung”. Diese Schule soll den Flüchtlingskindern Hoffnung geben, denn ihr Alltag ist trostlos und bedrückend. Viele von ihnen haben Bombardements und die Zerstörung ihrer Heimat erlebt. Viele leben ohne Eltern im Flüchtlingslager. Viele sind unterernährt und geschwächt. Viele traumatisiert.
Jetzt skypen sie aus dem Flüchtlingslager heraus mit den Marienauern. Für die Schüler in Atmeh ist Deutschland mit Sicherheit ihr Traumland. Ca. 3000km Luftlinie liegen zwischen Marienau und Atmeh, so fern und doch so nah. Manchmal bricht die Verbindung zusammen. Dann wird ein wenig gewartet. Und weiter geht’s.
Sie erzählen, dass 25 Schülerinnen und Schüler in ihrer Klasse sind. 11 Jungen und 14 Mädchen. Sie lernen in zwei Schichten, da es zu viele Schüler für die wenigen Räume sind. Die einen haben von 8.00 – 11.30 Uhr, die anderen von 12.00 – 15.30 Uhr Unterricht. Neben den Fächern Arabisch, Englisch, Biologie, Musik, Kunst und Gesellschaftskunde lernen sie basteln, nähen und malen. Auch die künstlerische Arbeit mit anschließender „Bühnenpräsentationen“ hilft den Kindern bei der Traumabewältigung.
Ab Mai – erfahren die Marienauer – haben die Schulkinder in Atmeh 3 Monate Ferien. Beneidenswert! Aber die Hitze macht ein Lernen unmöglich. Während dieser Zeit kann man freiwillig Lerncamps besuchen, um sich für das neue Schuljahr vorzubereiten. „Und wie sind so eure Lehrer?“, fragen die Marienauer. „Die Lehrer sind sehr nett, sind zu uns wie Geschwister und passen sehr auf uns auf“, antworten sie. „Und unser Schulleiter heißt Schadi Kalaji“ sagt ein Schüler.
Die BARADA Syrienhilfe (http://www.barada-syrienhilfe.de/index.php/de/) sucht ihre Lehrer selbst aus. Denn neben der fachlichen Qualifikation sind für den Unterricht im Flüchtlingslager besondere Fähigkeiten wie Einfühlungsvermögen, Ruhe und Geduld erforderlich.
Und wie soll es weiter gehen mit der Patenschaft? Geplant sind für den Anfang Aktionen zu Gunsten der Amal Schule und ein schriftlicher Austausch zwischen den Schülern. Das heißt, die Marienauer schicken ihre Lebensläufe mit Bildern nach Syrien. Und andere gute Ideen werden sicherlich folgen.
(http://www.barada-syrienhilfe.de/index.php/de/home/aktuelles/37-ausbau-der-barada-schule-in-atmeh-syrien-beginnt).