Das Archiv

Erinnerungen bewahren

Im Bondy-Haus befindet sich das Archiv der Schule Marienau. Dieses Haus, benannt nach den Gründern Marienaus, Dr. Max und Dr. Gertrud Bondy, wurde 1990 auf die Initiative von Altschülern hin gebaut, „um das Werk der Schulgründer und ihrer Nachfolger für die Zukunft zu dokumentieren und lebendig zu halten“. Funktion und Konzeption unseres Schularchivs schließen an diese Zielvorstellungen unmittelbar an: Zentrales Anliegen ist die Sammlung, Aufbewahrung und Sicherung dokumentarischen Materials zur Schulgeschichte und dessen fortschreitende Erschließung. Auf diesem Wege haben wir inzwischen eine Menge über die ziemlich wechselvolle Geschichte dieser Schule in Erfahrung bringen können. Die heute in Marienau vorliegenden Archivbestände setzen sich – mitbedingt durch den spezifischen Verlauf der Marienauer Geschichte während der Zeit des Nationalsozialismus – in großen Teilen aus sog. „Ergänzungsdokumentation“ zusammen.
Viele der Originaldokumente, vor allem aus der Gründungszeit der Schule, die durch die Vertreibung der jüdischen Schulgründer hier vor Ort fast vollständig
verloren gingen, wurden erst in jüngerer Zeit von ehemaligen Schülern und der Familie Bondy zu Forschungszwecken wieder zu Verfügung gestellt.
Diese, aber auch spätere Phasen der Schulgeschichte betreffende Sammeltätigkeit des Archivs wird fortlaufend ergänzt durch Aspekte einer lebendigen „Geschichtswerkstatt“: Befragungen von Zeitzeugen, auch im Unterricht, Korrespondenz und Austausch mit ehemaligen Schülern oder Mitarbeitern, Fixierung von Erinnerungen im sog. „Marienauer Echolot“, wissenschaftspropädeutische Projekte mit Schülerinnen und Schülern zur Erschließung und Veröffentlichung von dokumentarischem Material sowie Ausstellungen und Dokumentationen zu ausgewählten Themen der Marienauer Schulgeschichte.
Das Archiv möchte, in dem hier skizzierten Dreischritt von Dokumentation, Erschließung und exemplarischer Präsentation der Schulgeschichte, Marienau vor allem für Schülerinnen und Schüler, aber auch alle anderen Interessierten, als einen im Rahmen von Reformpädagogik historisch gewachsenen Lernort erfahrbar machen.