Darstellendes Spiel: „The Neather – Log in the Darknet“

Am letzten Freitagabend vor den großen Sommerferien: Die Elftklässler des Fachs ‚Darstellendes Spiel‘ gaben unter der Leitung von Daniela Tautorus die Premierenvorstellung des Science-Fiction Thrillers „The Neather – Log in the Darknet“ . Bislang gab es noch keine veröffentlichte Übersetzung des englischen Originalstücks von Jennifer Haley. Da hatten die Marienauer SchülerInnen kurzerhand eine eigene Übersetzung für die Schulvorführung angefertigt und mit einer bemerkenswerten Dramaturgie versehen.
In diesem Jahr hatte sich der Kurs ein sehr ernstes und bedrückendes Thema ausgesucht: Das Thema ‚Kindesmissbrauch im Darknet‘ verlangte sowohl von den Schauspielern als auch von den Zuhörern ein hohes Maß an Konzentration und Vorstellungskraft. Das Bühnenbild im Marienauer Festsaal war in zwei Ebenen geteilt: Die vordere Eben ist die reale Welt in Form eines Verhörraums. Hier vernimmt Detektiv Morris einen widerspenstigen Gentleman namens Mr. Sims oder auch „Papa“, zu seinen Aktivitäten in der virtuellen Welt.
Die zweite Ebene stellt die fiktive, virtuelle Welt des Darknets dar. Es ist das Refugium von Mr. Sims, in dem er sich selbst „Papa“ nennt. Hier lässt er minderjährige Mädchen ausbeuten, indem die Besucher können ihre pädophilen Wünsche ausleben. Die „Menschen“, die sich in diesem Bereich bewegen, sind sogenannte Avatare und stellen den virtuellen Ersatz für die anonymen Fremden dar, die sie beleben.
Es hallt die Frage nach, wie wir – auch von Seiten der Legislative – mit dieser dunklen Seite des Internets umgehen. Wie kann es gelingen, Minderheiten und Gruppen im Netz zu schützen, die starke Fürsprecher an ihrer Seite brauchen. Mit großem Applaus wurde die Leistung des SchülerInnen belohnt, denen es hervorragend gelang, das Interesse des Publikums für die dünne Grenzlinie zwischen Realität und virtueller Welt zu wecken.